Neckarbogen

Gewinne für Investoren statt Visionen

Für die Buga nimmt die Stadt Heilbronn viel Geld in die Hand, denn sie soll den Weg bereiten für das neue Quartier Neckarbogen. In toller Lage nahe der Innenstadt zwischen Altem Neckar und Neckarkanal soll ein Modellstadtteil mit neuer zukunftsweisender Qualität u.a. in den Bereichen Energie, neue Mobilität und Zusammenleben entstehen. Mit viel Herzblut wurden von Fachleuten, Verwaltung und Bürgern Konzepte zur Umsetzung entwickelt. Bis zur BuGa sollen ca. 23 modellhafte Gebäude stehen. Auch diese sollen BuGa-Besucher anziehen, denn alleine mit neu angelegten Grünflächen lassen sich nicht 2 Millionen Besucher anlocken. Doch manchen Investoren waren diese Konzepte ein Dorn im Auge. Sie fürchteten um eine renditeträchtige Vermarktung und wirkten auf CDU, SPD und FDP ein, ungeliebte Vorgaben zu beseitigen. Folge: Tiefgaragen für alle Häuser, Aufweichung des Gestaltungshandbuches z. B. bei der Begrünung und Nutzung der Dachgärten. Wer immer mehr Visionen im NB stoppt, gefährdet auch den Erfolg der BUGA. In letzter Minute wurden zudem die Baulandpreise erhöht. Ist nun zu befürchten, dass auch der soziale Wohnungsbau auf der Strecke bleibt? Der GR beschloss, dass bei der Vorauswahl der Investoren alle GR-Fraktionen beteiligt werden. Diese 6 GRe können nun die Fachleute überstimmen, während die übrigen GR an den Vorentscheidungen nicht einmal als Zuhörer teilnehmen dürfen.

Baumfällungen am Neckaruferweg

Nördlich von der Karl-Nägele-Brücke soll mit einem Holzsteg der Uferbereich mit seinen Planzen und Tieren für die BUGA-Besucher erschlossen werden. Die ersten etwa 50 m nach der Karl- Nägele- Brücke blieben weitgehend erhalten. Danach erfolgte eine fast vollständige Rodung des Uferbereichs bis zum Gebiet Wohlgelegen. Jetzt wird noch der Steilhang mit Baggern bearbeitet, um auch an Land Fußwege entlang dem Ufer und entlang der Fabrikmauer anlegen zu können. Wie sich hier bis 2019 eine interessante Planzen- und Tierwelt entwickeln soll, die die BUGA-Besucher begeistert, ist schleierhaft. Schließlich wurde fast alles, was sich in Jahrzehnten ungestört entwickelt hat, beseitigt.

SONY DSCSONY DSCSüdlich von der Karl-Nägele-Brücke wurde der Uferbereich stark ausgedünnt. Aufgrund der Aussprachen mit den Umweltverbänden wurden allerdings wesentlich mehr Bäume und Sträucher erhalten als ursprünglich geplant war. SONY DSCAllerdings ist völlig unverständlich, dass viele große, gesunde Bäume an der Kalistr.gefällt wurden, obwohl in diesem Bereich ein Uferpark entstehen soll. Sorge bereitet uns auch, dass der Uferbereich komplett stark abgeflacht werden soll. Dadurch sind weitere Büsche und Bäume gefährdet.

CDU, SPD und FDP gefährden die nachhaltige Verkehrsplanung im Neckarbogen.

Der gemeinsame Antrag von CDU, SPD un FDP, der beinhaltet, dass unter jeden der drei ersten Blöcke eine Tiefgarage gebaut werden soll, hat bei vielen Menschen für Empörung gesorgt. Denn dieser Antrag entspringt einer überholten Verkehrspolitik der 70er Jahre, ignoriert die Vorarbeit von Verwaltung, Experten und Bürgern und  verhindert die Modellhaftigkeit des neuen Stadtteils. – Hier der volle Beitrag!

Hier zur Umfrage::

V.i.S.d.P.: Elke E.

 

Sehr geehrte Gemeinderäte der CDU-, SPD- und FDP-Fraktion,

endlich gibt es mal wieder eine große Koalition für das Votum „jeder Wohnblock im Stadtteil Neckarbogen braucht seine eigenen Tiefgaragenstellplätze“, genau so wie bei der BUGA-Brücke vom Hbf zum BUGA-Gelände, die ja trotz Bürgervotums von der CDU/SPD-Koalition eingespart werden sollte. Doch der Druck der Öffentlichkeit war zum Glück so stark, dass es jetzt doch noch eine Brücke geben soll.

Und warum wollen Sie als CDU/SPD/FDP-Stadträte plötzlich doch Tiefgaragenstellplätze, wo doch alle Planungen mit den Bürgern und der Verwaltung zusammen gerade dies modellhaft nicht wollten?

Warum haben Sie in den entsprechenden Sitzungen nicht den Mund aufgemacht, sondern einfach geschwiegen? Ist das die viel zitierte „bürgernahe Mitbestimmung“ der Mehrzahl der Bürger im Gemeinderat?

Frau Mösse-Hagen, Herr Throm und Herr Weinmann! Geben Sie bei der Abstimmung den Fraktionszwang frei, um eine ehrliche, bürgernahe Abstimmung zu erhalten. Und ziehen Sie bitte in Zukunft nicht plötzlich einen gemeinsamen Antrag der CDU/SPD (FDP)-Fraktionen aus der Tasche, der allen vorher gemeinsam besprochenen Sachverhalten entgegengesetzt lautet und gegen den dann natürlich die anderen Fraktionen oder Einzelstadträte machtlos sind. Reden und diskutieren Sie vorher miteinander, um gemeinsam einen Konsens zu finden und nicht nur eine Entscheidung mit vorgegebenem Fraktionszwang und einer Koalition der Mehrheit. Wir Bürger mögen solche „Bürgervertreter“ nicht. Die CDU müsste das wissen, denn hat sie nicht zwei Sitze weniger als beim letzten Gemeinderat?

Freundliche Grüße

Hartmut Ehrmann

 

Modellhaftigkeit des Neckarbogens in Gefahr !? – Ebenso die Zuschüsse?!

Die Stadträte, die so schnell Zukunftsvisionen aufgeben und auf bisherige „bewährte“ Stadtplanung zurückgreifen wollen, sollten bedenken, dass die Zuschüsse, die Heilbronn von der Landesregierung zugesagt bekam, daran gebunden sind, dass mit dem Neckarbogen ein neuer Weg beschritten wird, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Der Neckarbogen soll „ Modellcharakter“ für Heilbronn und für andere Städte haben.

Ähnlich ist die Lage bei den Zuschüssen für die „Rad“ – und Fußgängerbrücke über das Bahngelände. Da kein Radfahrer auf die „Radbrücke“ mit seinem Fahrrad fahren kann, schließlich gibt es keine Auf- und Abfuhrrampe!, erhebt sich nach wie vor die berechtigte Frage, wieso das Land die Brücke als „Fahrradbrücke“ bezuschussen soll ?

Ich hoffe, dass bei der Klausur Ende Februar die Mehrheit der Stadträte zu dem Modellcharakter des NB stehen, z. B. auch bezüglich des Vorbilds für das Zusammenleben von Bürgern unabhängig von Nationalität, Religion, Alter oder sozialer Lage!

Stadtrat Hasso Ehinger (Bunte Liste)

 


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